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Krankenversicherung: Beitragserhöhung wird abgesegnet

Die Beitragserhöhung bei der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich bereits seit Monaten angekündigt. Nun soll die umstrittene Gesundheitsreform, die unter der Federführung von Gesundheitsminister Rösler entstanden ist, im Kabinett beschlossen und abgesegnet werden. Die Versicherten haben dabei eine deutliche Mehrbelastung von derzeit 14,9% auf 15,5% bei den Beiträgen zur Krankenversicherung hinzunehmen. Dieser Beitragssatz soll verbindlich festgeschrieben werden und bei noch größerem Kostenbedarf durch Zusatzbeiträge über die Krankenkassen gedeckt werden. Das ist für die gesetzlich Versicherten eine Doppelbelastung, denn nicht nur die Beiträge steigen prozentual, sondern durch die Zusatzbeiträge werden auf Jahressicht nochmals erhebliche Mehrkosten entstehen.

Wer diese Entwicklung verfolgt, sollte versuchen die gesetzliche Krankenversicherung zu verlassen und in die private Krankenversicherung wechseln. Insbesondere Selbstständige sollte aufgrund der deutlichen Mehrbelastung genau kalkulieren, ob die private Krankenversicherung unter dem Strich bei besseren Leistungen nicht sogar eine Kostenreduzierung bei der Krankversicherung bedeutet würde. Was die Politik in diesen Tagen absegnen wird, ist ein weiteres Armutszeugnis für die Kompetenz und Leistungen bei der zuvor hoch angepriesenen Gesundheitsreform. Einzig der Sozialausgleich, der immer noch nicht in allen Details geklärt wurde, könnte das Gleichgewicht in der Gesellschaft verbessern.

Derzeit ist es so, dass vor allem Familien mit Kindern und geringen Einkommen besonders unter den hohen Gesundheitskosten leiden. Neben den Beiträgen zur Krankversicherung und dem neuen Zusatzbeitrag fallen bereits seit Jahren die Praxisgebühren an. Bereits diese Kosten haben viele Versicherte davon abgehalten zum Arzt zu gehen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Diese Entwicklung wird sich durch die neuen Belastungen wahrscheinlich noch verschärfen. Es wird unter Umständen sogar viele Versicherte geben, die sich die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung nicht mehr leisten können. Auch für die Unternehmen bedeutet die Gesundheitsreform eine Mehrbelastung. Gesundheitsminister Rösler kündigte dies bereits im Vorfeld an und könnte damit die positive Entwicklung in der Wirtschaft ernsthaft gefährden.


Die private Krankenversicherung und der Risikozuschlag

Wer sich überlegt zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, sollte über den sogenannten Risikozuschlag Bescheid wissen. Im Gegensatz zu einer gesetzlichen Krankenkasse kann eine private Krankenversicherung eine Annahmeprüfung durchführen. Dabei werden vor der Aufnahme des Antragstellers die gesundheitlichen Umstände, d.h. mögliche Vorerkrankungen oder langfristige bzw. chronische Leiden abgefragt. Man spricht deshalb auch von der Gesundheitsprüfung, nach der sich dann entscheidet ob der Antragssteller bei der privaten Krankenversicherung angenommen wird, oder nicht.

Die gute Nachricht für Versicherte: Diese Risikoprüfung ist ausschließlich bei der Antragstellung erlaubt. Wer bereits in einer privaten Krankenversicherung ist, muss diese Gesundheitsprüfung nicht mehr während der laufenden Versicherungszeit mitmachen. Sollten im späteren Verlauf zusätzliche Gesundheitsrisiken hinzukommen, darf die private Krankenversicherung nicht mehr abstrafen oder die Beitragssätze deshalb anheben. Diese Information kann sich unter Umständen für Verbraucher auszahlen, denn nicht selten wird trotzdem versucht höhere Beiträge zu erheben.

Zum Versicherungsbeginn entscheidet allerdings die private Krankenversicherung je nach Vorerkrankungen oder Risikoeinstufung, in welchem Umfang die Leistungen abgedeckt sind. Bei bestimmten Risikogruppen können auch einzelne Leistungen eingeschränkt oder ausgeschlossen werden. Dies erfahren Verbraucher allerdings bereits im Vorfeld und können dann immer noch abwägen, ob das Angebot der privaten Krankenversicherung angenommen wird oder nicht.

Verbraucher sollten sich in jedem Fall darauf einstellen, dass bei einem Antrag auf die private Krankenversicherung eine Selbstauskunft verlangt wird. Dabei werden mögliche Vorerkrankungen oder Krankenhausaufenthalte abgefragt. Eventuell werden auch schriftlichte Bericht vom Hausarzt angefordert, was allerdings kein Problem darstellen sollte. Sehr weit zurück liegende Gesundheitsprobleme sind allerdings nicht mehr von Bedeutung. Für die private Krankenversicherung ist nur relevant, welche Gesundheitsprobleme und Risiken aktuell noch Bestand haben.

Trotz der Gesundheitsprüfung bleiben die Angebote der privaten Krankenversicherung für viele Selbstständige und Unternehmer äußerst attraktiv. Selbst mit einem eventuellen Risikoaufschlag liegen die monatlichen Kosten teilweise erheblich unter den gesetzlichen Krankenkassen. Die Leistungen sind in der Regel ebenfalls zwei Klassen besser und rechtfertigen sogar leicht teurere Tarife. Gut für Verbraucher ist außerdem, dass Risikozuschläge auch wieder wegfallen, sobald der Versicherte beispielsweise nicht mehr raucht oder eine chronische Krankheit überwindet.


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