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Hypo Real Estate: Bundesregierung begrenzt absurde Boni

Die Hypo Real Estate wird wohl als der ewige Pleitegeier unter den Kreditinstituten in die Geschichte eingehen. Der Immobilienfinanzierer musste bereits im Jahr 2008 während der Finanzkrise mit Milliardenspritzen von der Bundesregierung unterstützt werden. Seitdem reißen die Negativschlagzeilen nicht ab und immer wieder muss weiteres frisches Geld in das marode Kreditinstitut gepumpt werden. Insgesamt wurden etwa 150 Milliarden Euro als Investition oder Staatsgarantien in die Hypo Real Estate investiert. Trotz der Skandale beanspruchen die Mitarbeiter noch immer Millionengehälter. Unverständlich ist dabei, dass immer noch Boni bezahlt werden, die teils absurde Höhen erreichen.

Die Mitarbeiter wollten in diesem Jahr insgesamt 35 Millionen Euro als Bonuszahlungen neben dem eigentlichen Gehalt haben. Wie nun aus Medienberichten hervorging hat sich die Bundesregierung eingeschaltet. Statt der ursprünglich veranschlagten 35 Millionen Euro an Boni bei der Hypo Real Estate, sollen nun „nur“ 25 Millionen Euro ausbezahlt werden. Dafür habe sich die Bundesregierung zusammen mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin eingesetzt. Dieser Teilerfolg ist der Opposition jedoch noch nicht ausreichend. Die SPD möchte nach eigenen Aussagen ein Nachspiel für diese absurden Bonuszahlungen bei einer Pleitebank. Die Kritik macht sich über alle Parteien hinweg bemerkbar. Das Finanzministerium wiegelt unterdessen jedoch ab. Es sei angeblich nötig gewesen diese Einmalzahlungen zu veranlassen, um wichtige Mitarbeiter bei der Hypo Real Estate zu halten.

Der Aufsichtsrat bei der Hypo Real Estate hatte die Zahlungen und Boni in Millionenhöhe gemeinsam beschlossen. Aus Branchenkreisen ist zu vernehmen, dass es unumstritten war, dass die Boni trotz der Milliardenverluste ausbezahlt werden sollten. Es soll bereits im Juni diesen Jahres im Aufsichtsrat beschlossen worden sein, dass bis zu 35 Millionen Euro an die Führungsebene ausbezahlt werden. Als Grund wurde der ansonsten wahrscheinliche Verlust hochrangiger Mitarbeiter besonders im USA-Geschäft genannt. Von außen betrachtet erscheint es jedoch so, dass man bei der Hypo Real Estate die Verhältnismäßigkeit komplett verloren hat.


Europäische Banken benötigen nach Stresstest Milliardenspritzen

Insgesamt 91 europäische Banken haben sich einem sogenannten Stresstest unterzogen. Dabei handelt es sich um eine Simulation von Veränderungen auf dem Kapitalmarkt. Vereinfacht könnte man sagen die Finanzkrise 2.0 wird bei den Banken unter Realbedingungen durchkalkuliert. Der Stresstest soll zeigen, welche Banken gut aufgestellt sind und diese Veränderungen problemlos überstehen können. Der Stresstest ist inzwischen abgeschlossen, aber die Ergebnisse wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Nach ersten Einschätzungen verschiedener Investoren, sollen 10% der europäischen Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Höchstwahrscheinlich wird auch die deutsche Hypo Real Estate, die nach der Finanzkrise verstaatlicht wurde, nur ein Ungenügend erhalten und durchfallen. Sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zur Hypo Real Estate geäußert. Sie hält ein Scheitern der HRE für „durchaus plausibel“. Beim Blick in die Bilanzen der Bank wird schnell klar warum, denn Reserven zum Ausgleich von Verlusten gibt es kaum.

Inzwischen wird bereits spekuliert, welche Folgen sich aus dem Stresstest ergeben. Nach Einschätzung vieler Experten müssen erneut Milliarden in die maroden Banken gepumpt werden. Nur so könne man verhindern, dass diese erneut zahlungsunfähig sind. Die Schätzungen belaufen sich auf knapp 38 Milliarden Euro an frischem Kapital, welches von zahlreichen europäischen Banken aufgenommen werden muss.

An den Börsen erwartet man gespannt die Veröffentlichung der Ergebnisse nach dem Stresstest. Deutliche Kurskorrekturen sind zwar nicht zu erwarten, aber möglicherweise wird sich eine Richtung für die kommenden Monate herauskristallisieren. Doch eine schnelle Erholung des Finanzsystems ist eher unwahrscheinlich. Es gibt bereits jetzt zahlreiche Kritiker, die Zweifel an der Aussagefähigkeit eines simulierten Tests deutlich machen. Der deutschen Privatbankenverband BdB erwartet aber in jedem Fall ein positives Signal und hofft auf eine Marktberuhigung.


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