Finanzen

Krankenversicherung: ALG2 Empfänger und sozial Schwache werden von Zusatzbeitrag befreit

Die Diskussion um die umstrittenen Zusatzbeiträge der Krankenkassen reißt nicht ab. Gesundheitsminister Philipp Rösler hatte zum Leidwesen der Versicherten statt der zuvor angekündigten umfassenden Gesundheitsreform nur eine Erhöhung der Beiträge und einen Zusatzbeitrag erreichen können, mit dem die gestiegenen Gesundheitskosten aufgefangen werden sollen. Obwohl die angekündigten Veränderungen offiziell erst kommen sollen, verlangen einige Krankenkassen bereits jetzt den von vielen kritisierten Zusatzbeitrag. Durch die Gesundheitsreform bekommen die Krankenkassen gerade auch bei den Zusatzbeiträgen größere Spielräume und sind nicht mehr an Höchstgrenzen gebunden.

Sozial schwächere Familien trifft der Zusatzbeitrag besonders hart. Im Jahr fallen so bei einer Familie oftmals mehrere hundert Euro an Mehrkosten an, ohne dass dafür eine Gegenleistungen oder bessere Gesundheitsversorgung geboten wird. Aus genau diesem Grund fühlen sich viele von der Regierung und den Krankenkassen über den Tisch gezogen und wollen die Zusatzbeiträge nicht bezahlen. Zumindest sozial Schwächere können nun scheinbar aufatmen. Nach Medienberichten liegt der „Rheinischen Post“ ein Gesetzesentwurf der heftig kritisierten Gesundheitsreform vor. Daraus geht hervor, dass ab 2011 grundsätzlich keine Zusatzbeiträge mehr von ALG2 Beziehern gezahlt werden müssten.

Unter die neue Regelung fallen nach Angaben der Zeitung nicht nur Hartz 4 Empfänger, sondern auch andere sozial schwache Gruppen. Darunter sind Empfänger von Arbeitslosengeld I, Bezieher von Unterhaltsgeld, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Sozialhilfeempfänger. Allerdings seien letztere dazu verpflichtet zumindest einen Teil der Zusatzbeiträge selbst zu zahlen. Das gilt insbesondere dann, wenn die von der jeweiligen Krankenkasse geforderten Zusatzbeiträge über dem Durchschnitt liegen. Eine Alternative könnte es dann sein, bei sehr schwachen Einkommensverhältnissen die Krankenkasse zu wechseln. Sofern die Zusatzbeiträge bei einer anderen Krankenkasse deutlich geringer sind, könnte somit eine Mehrbelastung der Familie verhindert werden.


Garantiezins bei Lebensversicherungen wackelt

Die Lebensversicherung gehört nach wie vor zur wichtigsten und beliebtesten Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Bei der Kapitallebensversicherung, bei der sowohl der Todesfall abgesichert wird und gleichzeitig ein Vermögen aufgebaut und angespart wird, gibt es einen sogenannten Garantiezins. In der Fachsprache auch als Höchstrechnungszinssatz bezeichnet, wird dieser Garantiezins spätestens ab 2012 stark ins trudeln geraten. Aktuell gibt es eine Garantie von 2,25% auf das angesparte Kapital einer Lebensversicherung. Nach Einschätzung von Experten, wird dies im schwachen Umfeld kaum länger zu halten sein.

Manfred Poweleit, Chefredakteur des Branchendienstes map-report äußerte sich gegenüber der Frankfurter Rundschau besorgt. Es geht davon aus, dass bereits ab 2011 der Garantiezins auf der aktuellen Höhe eine Herausforderung werde. Spätestens im darauf folgenden Jahr 2012 sehe es mager aus. Poweleit rechnet mit einer deutlichen Zinssenkung. Es sei zu befürchten, dass der Garantiezins nur noch bei 1,75% liegen könnte. Mit dieser Meinung steht Poweleit nicht alleine da. Zahlreiche Versicherer rechnen spätestens ab 2012 mit deutlichem Einschnitt beim Garantiezins bzw. einer Zinssenkung, wenn es um Neuverträge geht.

Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) möchte man eine Senkung des Garantiezinses noch nicht aussprechen. Es wird stattdessen eine große Herausforderung genannt, welche jedoch nach Einschätzung von Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung für viele Versicherungen durchaus machbar wäre. Er ist überzeugt, die deutschen Lebensversicherer seien dazu in der Lage auch längere Phasen niedriger Zinsen auszugleichen und aus eigener Kraft abzufedern. Ob es wirklich gelingt, kann heute noch niemand voraus sagen. Wer mit dem Gedanken spielt eine Lebensversicherung bzw. Kapitallebensversicherung abzuschließen, sollte dies spätestens im Jahr 2011 machen, da danach deutlich schlechte Konditionen möglich sind.


Kaufen im Internet: Kreditkarte oder Lastschrift?

Immer mehr Deutsche besitzen mittlerweile eine Kreditkarte. Besonders zum Einkaufen im Internet ist diese Möglichkeit der bargeldlosen Zahlweise sehr beliebt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einer Kreditkarte auch problemlos bei ausländischen Händlern weltweit im Internet bestellen kann. Das Schnäppchen aus Amerika, Australien oder sogar China ist also nur noch wenige Mausklicks und Kreditkartennummern entfernt. Doch Verbraucherschützer waren, vor zu leichtfertigem Umgang mit der Kreditkarte. Die klassische Lastschrift ist in vielerlei Punkten der Kreditkarte überlegen, vor allem dann, wenn es zu Problemen nach dem Kauf kommt.

Beim Kauf im Internet sollte man in jedem Fall den gesunden Menschverstand einschalten. Wer blind in Fernost Waren bestellt, obwohl der Händler tausende Kilometer entfernt ist und noch nicht einmal die gleiche Sprache spricht, geht ein großes Risiko ein. Nicht selten kommt ein vermeintliches Schnäppchen gar nicht erst an. Der Ärger ist hinterher vorprogrammiert und beim Kauf über Kreditkarte gibt es keine Möglichkeit das Geld zurückbuchen zu lassen. Viele Verbraucher sind sich darüber offensichtlich nicht bewusst, ansonsten würde wohl nicht so leichtfertig bestellt werden. Wer ein unseriöses Gefühl hat oder die Sprache und die Bedingungen nicht versteht, sollte im Ausland nichts über das Internet bestellen.

Das Geld bei Einkäufen mit der Kreditkarte ist weg. Bei Problemen haben Verbraucher nur die Möglichkeit auf dem Rechtsweg ihr Geld einzuklagen. Das funktioniert in Deutschland, nicht aber in China. Wie sollte man einen Händler in China von Deutschland aus zwingen das Geld zurück zu erstatten? Die Kosten wären um ein Vielfaches höher, als der möglicherweise entstandene Schaden. Verbraucherschützer raten grundsätzlich zum Kauf per Lastschrift, sofern dies möglich ist. Bei Käufen in Deutschland wird oft beides angeboten. In diesem Fall ist Lastschrift deutlich sicherer, als der Kauf per Kreditkarte. Bei Problemen können Lastschriftbuchungen bis zu 6 Wochen von der eigenen Bank zurück gebucht werden. Bei Onlinekäufen in Deutschland sind Käufer außerdem über das Fernabsatzgesetz zusätzlich abgesichert. Es können grundsätzlich alle Artikel innerhalb von 14 Tagen zurück geschickt werden. Der Händler muss ohne Angabe von Gründen des Käufers die volle Kaufsumme erstatten.


Commerzbank möchte für Milliardenhilfen erneut keine Gebühren zahlen

Die Commerzbank gehörte zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Die zweitgrößte deutsche Privatbank geriet nach der Übernahme der Dresdner Bank stark ins Trudeln und musste vom Staat gerettet werden. Etwa ein Viertel der Commerzbank gehört nun den Steuerzahlen, nachdem sie mit staatlichen Hilfen in Höhe von 18,2 Milliarden Euro gestützt wurde. Dieses Geld sollte jedoch nicht Zinslos zur Verfügung stehen, sondern ist an Auflagen gebunden. Jährlich wurden etwa 1,5 Milliarden Euro Zinsen vereinbart, welche die Commerzbank an den Staat zurück zahlen muss.

Im letzten Jahr konnte die Commerzbank bereits die Zinszahlungen aussetzen, da die Bilanz negativ ausgefallen ist und das Kreditinstitut mit einem Verlust das Jahresergebnis beendet hat. Inzwischen wurde bekannt, dass offensichtlich auch im Jahr 2010 versucht wird erneut mit einer negativen Bilanz abzuschließen, um erneut die Zinsen in Milliardenhöhe nicht zahlen zu müssen. Besonders dreist erscheint dies, nachdem die Commerzbank inzwischen wieder satte Gewinne erwirtschaftet. Im zweiten Quartal 2010 machte die Commerzbank einen Gewinn von 352 Millionen Euro, zumindest wenn man die internationalen Bilanzregeln zu Grunde legt.

Offensichtlich spekuliert man bei der Commerzbank darauf nach internationalen Bilanzregeln mit einem Gewinn das Geschäftsjahr abzuschließen und nach deutschen Regeln trotzdem noch rote Zahlen in der Bilanz auszuweisen. Das wäre juristisch denkbar und würde erneut die Zinszahlungen aushebeln. Politiker aus Union und FDP zeigen sich aufgrund dieser Missstände sehr verärgert. FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sagte gegenüber dem Handelsblatt: „Es kann nicht sein, dass die Commerzbank zulasten des Steuerzahlers Bilanzspielräume nutzt und weiter die Zinszahlungen aussetzt“. In der Politik möchte man die Commerzbank nun dazu drängen unter allen Umständen die vereinbarten Zinsen zu bezahlen. Angesichts steigender Gewinne scheint dies auch nur gerecht zu sein, schließlich handelt es sich bei den Milliardenhilfen um das Geld der Steuerzahler, also jedes einzelnen Bundesbürgers.


Steigende Zinsen beim Tagesgeld verursachen Kundenansturm

Seit einigen Wochen steigen die Zinsen beim Tagesgeld wieder spürbar an. Waren zuvor noch 1,00% bis maximal 1,50% beim Tagesgeldkonto die Spanne, gibt es inzwischen wieder einigen Angebote mit über 2,00% Zinsen auf das Tagesgeld. Den aktuell besten Zinssatz bietet die GE Capital Direkt mit sehr guten 2,25% Zinsen. Bei der GE Capital Direkt löste dieses Angebot einen regelrechten Kundenansturm aus. Die Zahl der Anmeldungen für das Tagesgeldkonto war offensichtlich wesentlich größer, als das Kreditinstitut erwartet hatte.

Gegenüber der „Welt“ räumte die GE Capital Direkt ein, dass die Eröffnung eines Tagesgeldkontos ab dem Absenden des Kontoantrags per Post in Einzelfällen bis zu maximal zehn Tage dauern könne. Außerdem habe man bei der GE Capital Direkt die Anzahl der Mitarbeiter, die für Tagesgelderöffnungen zuständig sin, von anfangs 10 auf inzwischen 60 erhöht. Angesichts dieser Zahlen ist davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit keine weiteren Tagesgeldkonten mehr vergeben werden. Einen ähnlichen Fall gab es bereits bei der noa Bank, die seit einigen Wochen keine Tagesgeldkonten mehr anbietet.

Den Kundenansturm auf das Tagesgeld bei der GE Capital Direkt lösten die überdurchschnittlich guten Bedingungen aus. Zum einen ist der Zinssatz mit 2,25% aktuell Spitzenreiter, zum anderen gibt es keine Mindestgeldeinlag und keine Deckelung nach oben. Selbst bei 6 oder 7stelligen Beträgen werden die beworbenen Zinsen gewährt. Das Thema Kapitalschutz sollte bei solchen Angeboten stets überprüft werden. Doch auch hier kann die GE Capital Direkt überzeugen. Bis zu 118 Millionen Euro je Kunde sind abgesichert. Eine sehr theoretische Zahl, es zeigt jedoch, dass die Gelder der Kunden hier offensichtlich abgesichert sind.


EU-Komission plant einheitliche Kontonummer und Bankleitzahl in Europa

Die EU-Kommision reglementiert immer mehr in Europa. Nun sollten auch die Kontonummern und Bankleitzahlen vereinheitlicht werden. Eigentlich eine sinnvolle Idee, jedoch schießt man hier eindeutig über das Ziel hinaus. Die neuen Kontonummern und Bankleitzahlen sollen jeweils 22 Stellen haben. Das ist mehr als doppelt so viel, wie bei den aktuellen Kontonummern und Bankleitzahlen in Deutschland. Ist dies wirklich eine Vereinfachung oder eine zusätzliche überbürokratische Maßnahme, die am Ende nur Verwirrung stiftet?

Verbraucherschützer laufen jetzt bereits Sturm. Obwohl die Pläne der EU-Kommission erst im Herbst unterzeichnet werden sollen, regt sich heftige Kritik. Frank-Christian Pauli, der Bankenexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) äußerte sich in der Bild Zeitung sehr kritisch. Er ist der Auffassung, dass es ein großes Chaos bei der Umstellung geben könnte. Aufgrund der langen Zahlenkolonnen mit 21 Stellen könnten viele überfordert sein, so die Befürchtung Paulis. Um dem entgegen zu wirken, fordert er eine groß angelegte Kampagne zur geplanten Umstellung.

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission sollen die alten Kontonummern schon ab Ende 2011 nicht mehr für Überweisungen gelten. Lastschriften würden ab Anfang 2012 ebenfalls aufgehoben und nur noch mit den einheitlichen 22stelligen Kontodaten der EU-Verordnung möglich sein. In unserer Redaktion ist man ähnlicher Ansicht wie bei den Verbraucherschützern. Diese geplanten Mammut-Kontoverbindungen braucht niemand und zeigen einmal mehr die Willkür der Politik. Scheinbar erkannt man bei der EU vor lauter Verordnungen gar nicht mehr, was die Verbraucher und Bankkunden wirklich wollen und was nicht. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Pläne doch nicht gekippt oder deutlich überarbeitet werden.


Die Vorteile einer Kreditkarte

In Deutschland werden Kreditkarten immer beliebter. Inzwischen bietet jede Bank eine meist günstige Kreditkarte an und geht auf die zahlreichen Kundenwünsche ein. Bei einigen kostenlosen Girokonten wie zum Beispiel bei der DKB Bank ist sogar eine Kreditkarte völlig kostenlos dabei. Doch noch immer haben zahlreiche Deutsche keine oder zu wenige Erfahrungen mit einer Kreditkarte, obwohl die Vorteile sogar gegenüber dem Bargeld überwiegen. Wir klären auf, wie die Kreditkarte im Praxiseinsatz funktioniert und warum sie schon bald das Bargeld ablösen wird.

Inzwischen ist die Kreditkarte das beste Zahlungsmittel auf dem Markt. Es gibt kaum noch ein Geschäft, Restaurant oder Supermarkt, in dem man nicht mit einer Kreditkarte bezahlen könnte. Der erste Vorteil dabei ist vor allem die bargeldlose Zahlweise. Es muss nicht mehr umständlich zu einem Geldautomaten gefahren werden, nur weil gerade kein Bargeld mehr vorhanden ist. Das minimiert gleichzeitig das Verlustrisiko, denn bei einem Diebstahl ist kein Bargeld verloren, sondern nur eine Plastikkarte, die ohne Pin wertlos ist. Außerdem genügt ein Anruf und die Karte ist nach einem Verlust sofort gesperrt.

Der größte Vorteil bei der Kreditkarte ist der automatisch gewährte Kredit. Mit einer Kreditkarte kann man den kompletten Monat über einkaufen, selbst wenn man gerade kein Geld zur Verfügung hat. Auf dem Kreditkartenkonto wird nur einmal monatlich abgerechnet und bis zum diesem Zeitpunkt, können Sie beliebig einkaufen ohne Zusatzkosten. Lediglich zum Verrechnungsstichtag sollte man das Kreditkartenkonto ausgleichen, um nicht ins Minus zu kommen. Ansonsten würden dann doch Zinsen anfallen, die jedoch auch beim normalen Girokonto anfallen, wenn hier der Dispositionskredit genutzt wird.

Eine Kreditkarte ermöglicht mehr Flexibilität und Freiheit beim Einkaufen. Wenn das Geld zum Monatsende mal wieder knapp wird, kann mit der Kreditkarte noch problemlos eingekauft werden. Bis zu 30 Tage gibt es hier einen zinslosen Kredit, was eine deutliche Ersparnis gegenüber eines überzogenem Girokontos bedeutet. Um Verbraucher und Bankkunden zu schützen, gibt es entsprechend der Einkommensverhältnisse ein Limit. Dadurch ist gewährleistet, dass man beim Einkauf mit der Kreditkarte nicht in die Schuldenfalle gerät. Es kann immer nur das ausgegeben werden, was durch die regelmäßigen Einnahmen problemlos wieder ausgeglichen werden kann.


Lob und Kritik nach dem Banken Stresstest

Die endgültigen Ergebnisse nach dem Banken Stresstest sind weniger schlimm, als von Experten zuvor befürchtet. Nur 7 von 91 europäischen Banken haben den Stresstest nicht bestanden. Die Schätzung ging von bis zu 10 Banken aus, die keine nötigen Reserven haben würden, um eine simulierte Finanzkrise 2.0 zu überstehen. Doch gibt es immer noch keinen Grund zum Optimismus, denn die Opposition und Analysten sind angesichts des Ergebnisses sehr skeptisch.

Die Grünen und die Linkspartei äußern sich sehr kritisch. Der Grünen Finanzpolitiker Gerhard Schick sagt der Frankfurter Rundschau: „Die deutschen Institute sind und bleiben wacklig“. Die Kritik aus den Reihen der Linkspartei ist noch deutlicher. Hier bezweifelt man die grundsätzliche Aussagekraft des Tests. Der finanzpolitische Linken-Sprecher Axel Troost attackiert sogar offen den Bundesfinanzminister. Wolfgang Schäuble beschönige die Lage lediglich um Vertrauen in das Bankensystem vorzugaukeln.

Das Hauptproblem sind die fehlenden Rücklagen. Zahlreiche Banken haben zu wenig Kapital, um Risiken einer zweiten Finanzkrise aufzufangen. Mögliche weitere Staatshilfen in Milliardenhöhe wären sehr wahrscheinlich. Ob dies noch einmal von einem Staat zu finanzieren wäre, ist allerdings sehr fraglich. Das gemeinsame Ziel muss es sein, ein ähnliches Szenario wie 2008 mit allen Mitteln zu verhindern. Eine zweite Finanzkrise können sich weder die Banken noch die europäischen Staaten leisten.

Bei der EU und EZB ist man jedoch zufrieden und äußerte sich mit Lob zum Banken Stresstest. Hier fielen die Bewertungen der Ergebnisse überwiegend positiv aus, ganz im Gegensatz zur Diskussion in Deutschland. Man ist offenbar überzeugt, dass die Tests die Widerstandskraft der europäischen Banken belegen. Der Bundesverband deutscher Banken erklärt, das europäische Bankensystem habe sich „in besserer Verfassung und krisenresistenter“ gezeigt.  Bafin-Präsident Jochen Sanio fügte hinzu, die  deutschen Banken haben sich „als robust und widerstandsfähig“ erwiesen.


Europäische Banken benötigen nach Stresstest Milliardenspritzen

Insgesamt 91 europäische Banken haben sich einem sogenannten Stresstest unterzogen. Dabei handelt es sich um eine Simulation von Veränderungen auf dem Kapitalmarkt. Vereinfacht könnte man sagen die Finanzkrise 2.0 wird bei den Banken unter Realbedingungen durchkalkuliert. Der Stresstest soll zeigen, welche Banken gut aufgestellt sind und diese Veränderungen problemlos überstehen können. Der Stresstest ist inzwischen abgeschlossen, aber die Ergebnisse wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Nach ersten Einschätzungen verschiedener Investoren, sollen 10% der europäischen Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Höchstwahrscheinlich wird auch die deutsche Hypo Real Estate, die nach der Finanzkrise verstaatlicht wurde, nur ein Ungenügend erhalten und durchfallen. Sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zur Hypo Real Estate geäußert. Sie hält ein Scheitern der HRE für „durchaus plausibel“. Beim Blick in die Bilanzen der Bank wird schnell klar warum, denn Reserven zum Ausgleich von Verlusten gibt es kaum.

Inzwischen wird bereits spekuliert, welche Folgen sich aus dem Stresstest ergeben. Nach Einschätzung vieler Experten müssen erneut Milliarden in die maroden Banken gepumpt werden. Nur so könne man verhindern, dass diese erneut zahlungsunfähig sind. Die Schätzungen belaufen sich auf knapp 38 Milliarden Euro an frischem Kapital, welches von zahlreichen europäischen Banken aufgenommen werden muss.

An den Börsen erwartet man gespannt die Veröffentlichung der Ergebnisse nach dem Stresstest. Deutliche Kurskorrekturen sind zwar nicht zu erwarten, aber möglicherweise wird sich eine Richtung für die kommenden Monate herauskristallisieren. Doch eine schnelle Erholung des Finanzsystems ist eher unwahrscheinlich. Es gibt bereits jetzt zahlreiche Kritiker, die Zweifel an der Aussagefähigkeit eines simulierten Tests deutlich machen. Der deutschen Privatbankenverband BdB erwartet aber in jedem Fall ein positives Signal und hofft auf eine Marktberuhigung.


US Finanzanalyst prognostiziert Zusammenbruch des Finanzsystems

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 bleibt die Sorge um einen noch größeren Crash, der möglicherweise auch eine totale Inflation zur Folge hätte. In einem solchen Fall, wären Papierwährungen wie der Euro oder Dollar von einem Tag auf den anderen wertlos. Wenn dies wirklich passieren sollte, würden auch die weltweiten Börsen einen Zusammenbruch erleben.  Kommt ein möglicher Untergang des Finanzsystems? Dies Frage stellen sich Analysten und Anleger seit Jahren und das Thema sorgt nach wie vor für unterschiedliche Meinungen.

Der US Finanzanalyst Robert Prechter schürt einmal mehr die Sorgen der Anleger. Er prophezeit den Zusammenbruch der Finanzmärkte, was zahlreiche Kritiker zu heftigen Protest verleitete. Doch Prechter findet auch zahlreiche Befürworter für seine These, die er auf die Elliott-Wellen-Theorie stützt. Demnach würde der Dow Jones, welcher vergleichbar mit dem deutschen Dax ist, innerhalb weniger Jahre auf 1.000 Punkte fallen. Aktuell befindet sich der Dow Jones bei etwa 10.000 Punkten, was einen Verlust von 90% bedeuten würde.

Wenn man einmal mit gesundem Menschenverstand vorgeht, scheint diese Prophezeiung auch unter praktischen Gesichtspunkten sehr wahrscheinlich zu sein. Die Banken machen trotz Finanzkrise ungehindert mit hoch spekulativen Finanzgeschäften weiter. Die Beratungen der Banken sind meist katastrophal und nur darauf gezielt dem Kunden die eigenen Produkte anzudrehen. Klassische Sparkonten werden dabei selten empfohlen, sondern sehr komplexe und meist spekulative Finanzprodukte, die eben genau due Ursache für den letzten Crash während der Finanzkrise 2008 waren.

Ob Robert Prechter wirklich Recht behält, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Er ist jedoch absolut überzeugt, dass wir dieses oder ein ähnliches Szenario erleben werden. Bereits 2012 sollen nach seinen Berechnungen erste heftige Probleme an den Finanzmärkten die Kurse ins Wanken bringen. Prechter, der ein Marktforschungsinstitut in den USA leitet, ist auch Psychologe. Ob er die Psychologie der Märkte durchschaut hat? Anleger sollten in jedem Fall wachsam sein und hochspekulative Geldanlagen in jedem Fall meiden.


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