Finanzen

Ausblick auf die Finanzmärkte 2011

Das Jahr 2010 gehörte zu einem der aufreibendsten und auch gefährlichsten, wenn man sich die Finanzmärkte einmal genauer ansieht. Die Krise und beinahe Pleite in Griechenland brachte den Euro beinahe zum Kippen. Zahlreiche Spekulanten setzten auf einen Staatsbankrott in Griechenland und auf den Verlust des Euros. Umso erstaunlicher erscheint es, dass die Börsen im Jahr 2010 ein Hoch nach dem anderen genommen haben und von der allgemeinen Verunsicherung der Kleinanleger auf den Aktienmärkten so wenig zu spüren war.

Dennoch war das vergangene Jahr gezeichnet von sehr schwierigen Herausforderungen in der Politik und EU. Offenbar wurden in der Summe die richtigen Entscheidungen getroffen, denn der Euro ist nach wie vor stabil und scheint sicher. Eine genaue Prognose für die Zukunft kann niemand voraus sagen. Nach wie vor gibt es Unsicherheiten in den Märkten und EU-Staaten die massiv gefährdet. Nach Griechenland könnte auch Irland ins trudeln geraten, denn die Vorboten dazu sind bereits seit Monaten zu spüren.

Bei den Aktienmärkten in 2011 geben sich die meisten Banken und Analysten vorsichtig optimistisch. Dennoch geht niemand davon aus, dass es ein derart starkes Plus im Dax auf Jahressicht geben wird, wie noch im Jahr 2010. Wahrscheinlich werden wir erstmal eine Seitwärtsbewegung mit kleineren Korrekturen nach oben und unten erleben. Die Jahresendrally könnte dann dafür sorgen, dass wir ähnliche Daxwerte erreichen, wie sie beispielsweise von der Deutsche Bank prognostiziert wurden.

Auch im Bereich der Banken wird es im neuen Jahr einige Änderungen geben. Die Deutsche Bank hat erfolgreich die Postbank übernommen und möchte dadurch noch stärker im Privatkundengeschäft werden. Bereits jetzt wurden zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen angekündigt, die vor allem den Kunden der Postbank Vorteile bringen wird. Das kostenlose Girokonto, das zu den erfolgreichsten Produkten der Postbank gehört, soll erhalten bleiben. Das ist für die Sparer wahrscheinlich die wichtigste Nachricht und offenbar möchte man noch mehr Neukunden für das kostenlose Girokonto der Postbank erreichen.

Bei den Kapitalanlagen, vornehmlich dem Tagesgeld und Festgeld sind in 2011 keine größeren Veränderungen zu erwarten. Der Leitzins ist nach wie vor auf einem historischen Tiefstand und es ist kaum davon auszugehen, dass sich daran kurzfristig etwas ändern wird. Kunden können nur dann von höheren Zinsen profitieren, wenn bestimmte Neukundenaktionen geboten werden. Diese sind dann allerdings auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt, weshalb man solche Angebote genau prüfen sollte. Es ist in jedem Fall ratsam einen Tagesgeld Vergleich zu nutzen, den sie direkt auf unserem Finanzportal finden.

Die Lebensversicherungen werden ab dem Jahr 2011 wahrscheinlich nach und nach die Leistungen und Zinssätze kürzen. Die historisch niedrigen Zinsen machen sich auch bei den deutschen Lebensversicherern bemerkbar. Sogar die Allianz Versicherung hat angekündigt, dass die derzeitigen Renditen bei der Kapitallebensversicherung nicht mehr in den kommenden Jahren haltbar sein werden. Davon ist Risikolebensversicherung natürlich nicht betroffen. Wer seine Familie günstig absichern möchte, kann bedenkenlos zur Risikolebensversicherung greifen, bei der durch den starken Wettbewerb sogar Tarifsenkungen zu erwarten sind.

Der Versicherungsmarkt wird weitgehend stabil bleiben, da die großen deutschen Versicherer genügend Kapital im Hintergrund haben. Einige Sparten, wie etwas die KFZ Versicherungen können sogar im Vergleich zu den Vorjahren zulegen, was auch an der Zahl der immer stärker werdenden Nachfrage nach Neuwagen liegt, die es seit dem Jahr 2010 wieder gibt.


Deutsche Euro Banknoten werden im Ausland gedruckt

Die Bundesbank hat die Ausschreibung für das Drucken deutscher Euro Banknoten europaweit ausgeweitet. Eigentlich wäre die Bundesbank erst ab dem Jahr 2012 dazu verpflichtet die Märkte zu öffnen und neben deutschen Druckereien auch anderen Anbietern aus ganz Europa die Teilnahme an der Ausschreibung zu ermöglichen. Den Auftrag haben nun tatsächlich auch die europäischen Anbieter gemacht, während die Druckereien in Deutschland leer ausgegangen sind. Selbst die Bundesdruckerei hat gar keinen Anteil am Druck der Euro Banknoten bekommen. Die Gewinner sind zwei Druckereien aus Frankreich und den Niederlande. Die Bundesdruckerei hatte zuvor noch einen Antrag gestellt, die Ausschreibung auf Deutschland zu beschränken, welcher jedoch übergangen wurde.

Unterdessen hatte das Bundeskartellamt geprüft, ob das Vorgehen des Bundesbank rechtens war. Nach Abschluss kam auch das Bundeskartellamt zur Entscheidung, dass es legitim sei, die deuten Euro Banknoten auch in europäischen Nachbarländern drucken zu lassen. Den Antrag der Bundesdruckerei, welcher eigentlich diese Vorgehensweise verhindern sollte, wurde vom Bundeskartellamt zurück gewiesen. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass es keine Automatismen gebe, nach denen deutsche Druckereien bevorzugt werden müssten. Die Bundesdruckerei kann nun noch innerhalb der Berufungsfrist gegen die Entscheidung vorgehen.

Von der Bundesdruckerei war zu vernehmen, dass es geprüft werde, ob Widerspruch eingelegt werde. Der zu erwartende Verlust ist immens. Noch bis in das Jahr 2008 hatte die Bundesdruckerei sämtliche Aufträge für die deutschen DM und Euro Banknoten erhalten. Dieses Monopol hatte man dort jahrzehntelang inne. Selbst im letzten Jahr, wurde noch ein Umsatz von 58 Millionen Euro bei der Bundesdruckerei gemacht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zahlreiche Arbeitsplätze durch die fehlenden Aufträge in ernster Gefahr sind.


EC-Karten: Datenschutzskandal um Bonitätsprüfungen an Kassen

Das bargeldlose Bezahlen mit der EC-Karte an der Kasse ist in Deutschland selbstverständlich geworden. Ob im Supermarkt, an der Tanksteller oder im Kaufhaus, überall kann mit der EC-Karte und Geheimnummer oder Unterschrift unkompliziert bezahlt werden. Wie nun in verschiedenen Zeitungsberichten bekannt wurde, sind dabei über Jahre hinweg die Daten von Millionen Bundesbürgern auf deren Bonität überprüft worden. Es kündigt sich ein neuer Datenschutzskandal an, denn diese Praxis ist „eindeutig rechtswidrig“. So äußerte sich der Datenschutzbeauftragte in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert in einem Zeitungsinterview.

Das Verfahren ist scheinbar gängige Praxis und wird seit Jahren unbemerkt von den Kunden praktiziert. Beim Bezahlvorgang an der Kasse wird die EC-Karte überprüft und auf das bisherige Kauf und Bezahlverhalten analysiert. Durch die Abfrage entscheidet sich in Sekundenbruchteilen, ob der Kunde mit Unterschrift bezahlen kann oder nicht. Bei eventuellen Zweifeln der Bonität wird automatisch zum Bezahlvorgang mit Geheimnummer gewechselt. Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Whitelist oder auch Positivliste. Darin befinden sich Daten von ca. Dreiviertel aller in Deutschland eingesetzten EC-Karten, die zum Bezahlen mit Unterschrift analysiert wurden.

Die Unternehmen, welche einen solchen Bonitätsprüfungsdienst anbieten, werben teilweise sogar im Internet mit dieser Funktion. Für die Händler soll das Verfahren gewährleisten, dass die Zahlungen bei Kunden mit schlechter Bonität nicht in Leere laufen. Beim Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift ermächtigt man den Händler mit einer Abbuchung des Zahlungsbetrages. Es ist theoretisch möglich, dass die Buchung zurück gefordert wird oder beim Abbuchen das Konto nicht mehr gedeckt ist. Um sich vor solchen Zahlungsausfällen zu schützen, setzen die Unternehmen auf diese Funktion die Bonität der Kunden direkt an der Kasse prüfen zu lassen.

Kritisch ist dieses System vor allem deshalb, weil personenbezogene Daten ohne Wissen oder Einwilligung der betroffenen Kunden gespeichert werden. Deshalb wird dieser Datenschutzskandal um die Bonitätsprüfung bei EC-Karten weitreichende Folgen haben und auch in der Politik diskutiert und geprüft werden müssen.


Hypo Real Estate: Bundesregierung begrenzt absurde Boni

Die Hypo Real Estate wird wohl als der ewige Pleitegeier unter den Kreditinstituten in die Geschichte eingehen. Der Immobilienfinanzierer musste bereits im Jahr 2008 während der Finanzkrise mit Milliardenspritzen von der Bundesregierung unterstützt werden. Seitdem reißen die Negativschlagzeilen nicht ab und immer wieder muss weiteres frisches Geld in das marode Kreditinstitut gepumpt werden. Insgesamt wurden etwa 150 Milliarden Euro als Investition oder Staatsgarantien in die Hypo Real Estate investiert. Trotz der Skandale beanspruchen die Mitarbeiter noch immer Millionengehälter. Unverständlich ist dabei, dass immer noch Boni bezahlt werden, die teils absurde Höhen erreichen.

Die Mitarbeiter wollten in diesem Jahr insgesamt 35 Millionen Euro als Bonuszahlungen neben dem eigentlichen Gehalt haben. Wie nun aus Medienberichten hervorging hat sich die Bundesregierung eingeschaltet. Statt der ursprünglich veranschlagten 35 Millionen Euro an Boni bei der Hypo Real Estate, sollen nun „nur“ 25 Millionen Euro ausbezahlt werden. Dafür habe sich die Bundesregierung zusammen mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin eingesetzt. Dieser Teilerfolg ist der Opposition jedoch noch nicht ausreichend. Die SPD möchte nach eigenen Aussagen ein Nachspiel für diese absurden Bonuszahlungen bei einer Pleitebank. Die Kritik macht sich über alle Parteien hinweg bemerkbar. Das Finanzministerium wiegelt unterdessen jedoch ab. Es sei angeblich nötig gewesen diese Einmalzahlungen zu veranlassen, um wichtige Mitarbeiter bei der Hypo Real Estate zu halten.

Der Aufsichtsrat bei der Hypo Real Estate hatte die Zahlungen und Boni in Millionenhöhe gemeinsam beschlossen. Aus Branchenkreisen ist zu vernehmen, dass es unumstritten war, dass die Boni trotz der Milliardenverluste ausbezahlt werden sollten. Es soll bereits im Juni diesen Jahres im Aufsichtsrat beschlossen worden sein, dass bis zu 35 Millionen Euro an die Führungsebene ausbezahlt werden. Als Grund wurde der ansonsten wahrscheinliche Verlust hochrangiger Mitarbeiter besonders im USA-Geschäft genannt. Von außen betrachtet erscheint es jedoch so, dass man bei der Hypo Real Estate die Verhältnismäßigkeit komplett verloren hat.


Bespitzelungsaffäre der HSH Nordbank schlägt Wellen

Seit Wochen steht die HSH Nordbank unter öffentlichem Druck. Die sogenannten Bespitzelungsaffäre um Vorstandsmitglied Frank Rot schlägt weitere Wellen. Bei der Landesbank HSH Nordbank mit dem Sitz in Hamburg und Kiel sollten dubiose Methoden bei der Entlassung des Vorstandsmitglieds angewandt worden sein.  Inzwischen schalten sich auch die Bundesländer Hamburg und Niedersachsen ein, welche als Anteilseigner auf eine baldige Aufklärung drängen. In Kiel fordern die Politiker inzwischen sogar offen personelle Konsequenzen, sofern sich die Vorwürfe und Anschuldigungen gegen einzelne Vorstandsmitglieder bestätigen.

Gefordert wird vor allem mehr Transparenz bei der Aufklärung der Bespitzelungsaffäre um die HSH Nordbank. Die Landesbank steht ohnehin unter Druck, denn der Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher muss die Aufgabe der Sanierung und Restrukturierung der HSH Nordbank voran bringen. Nach einem Bericht der Kanzlei Wilmer Hale, welche die Vorgänge monatelang überprüft und dokumentiert hat, habe sich zumindest Vorstandschef Nonnenmacher korrekt verhalten. Die von der Politik geforderten personellen Konsequenzen sollten zumindest ihn nicht treffen. Nonnenmacher sieht nach eigenen Angaben keine Gefahr bei der Restrukturierung der Landesbank durch die Diskussion um die Bespitzelungsaffäre.

In Deutschland hat sich unterdessen auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) eingeschaltet. Zudem ermitteln die Staatsanwaltschaften von Kiel und Hamburg, um die Vorgänge um Vorstandsmitglied Frank Rot und die angebliche Bespitzelungsaffäre aufzuklären. Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank hat selbst eine Kanzlei eingeschaltet, welche die Vorwürfe prüfen soll. Der Kieler Landtag hat sich zu der Bespitzelungsaffäre in einer Sitzung beraten. Man hat sich dort mehrheitlich für die Untersuchung und Aufklärung ausgesprochen. Als mehrheitlicher Anteilseigner zusammen mit Hamburg muss die Politik geschlossen handeln.


Deutsche Bank: Kapitalerhöhung zur Übernahme der Postbank

Die Deutsche Bank galt bislang als Kapitalstärkste Privatbank in Deutschland. Deutsche Bank Chef Josef Ackermann konnte sogar der Finanzkrise trotzen und verkündete damals stolz, dass man auf Kapitalspritzen verzichte. Im Jahr 2010 plant Josef Ackermann offenbar den ganz großen Wurf. Wie aus Presseberichten hervorgeht, bereitet man bei der Deutschen Bank offenbar die größte Kapitalerhöhung überhaupt vor. Zwischen 8 bis 9 Milliarden Euro sollen durch die Aktionäre reinkommen, welche dann als Geldgeber gegenüber dem Kreditinstitut fungieren. Das Kapital wird wahrscheinlich zur kompletten Übernahme der Postbank benötigt. Bereits im Jahr 2008 hatte die Deutsche Bank rund ein Drittel der Postbank übernommen.

Am Sonntag wird zunächst die Sitzung des internationalen Ausschusses zur Banken-Regulierung in Basel in der Schweiz stattfinden. Auf der Konferenz soll das sogenannte Basel-III-Abkommen beschlossen werden. Dieses verpflichtet die Kreditinstitute für deren Geschäfte eine höhere Eigenkapital Quote vorzuweisen. Dies ist ein weiterer Schritt dazu, die Banken bei einer erneuten Schieflage oder einer sich wiederholenden Finanzkrise stabil zu halten. Nach der Konferenz in Basel wird davon ausgegangen, dass die Deutsche Bank die Kapitalerhöhung den Aktionären mitteilt. Einen besseren Zeitpunkt als unmittelbar nach dem Basel-III-Abkommen könnte es kaum geben. Nach außen hin kann die Deutsche Bank angeben die Beschlüsse der Banken-Regulierung unmittelbar umzusetzen.

Die komplette Übernahme der Postbank ist auch für eine Großbank, wie die Deutsche Bank es ist, ein profitables und gleichzeitig gefährliches Unterfangen. Zuletzt hatte sich die Commerzbank beinahe an der Übernahme der Dresdner Bank übernommen und war selbst in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Analysten stufen die Übernahme der Postbank teilweise auch als Vorwand ein, um eine solche Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe rechtfertigen zu können. Es ist anzunehmen, dass die Deutsche Bank Ihrer Monopolstellung und der Vorsprung gegenüber kleineren Kreditinstituten durch zusätzliches Kapital weiter ausbauen möchte.


Hohe Zinsen für Neukunden – so funktionieren Lockangebote der Banken

Zahlreiche Banken werben momentan mir überdurchschnittlich guten Angeboten. Auf den erst Blick sieht es so aus, als sei die Zeit der Minimalzinsen vorbei, denn die Kreditinstitute überbieten sich gerade mit besonders attraktiven Konditionen. Dabei sollte man aber immer ganz genau hinsehen, denn meist handelt es sich dabei um eine begrenzte Neukundenaktion. Diese Lockangebote unterscheiden sich oftmals erheblich von den normalen Konditionen und sollte genau geprüft werden. Oftmals werden Zinsen versprochen, die weit über dem üblichen Zinsniveau des Gesamtmarktes liegen, aber nur wenige Wochen garantiert werden.

In den ersten Wochen machen die Banken bei solchen Angeboten unter Umständen sogar Verlust. Insbesondere dann, wenn beispielsweise bei einem kostenlosen Girokonto noch eine zusätzliche Wechselprämie von 50 Euro verschenkt wird. Was dabei vor allem zählt, ist den Kunden langfristig für sich zu gewinnen. Die Banken setzen dabei auf die Trägheit der Kunden, welche normalerweise selbst nach Ablaufen einer Neukundenaktion dem Kreditinstitut die Treue halten. Oftmals ist es ganz einfach Bequemlichkeit, denn selbst wenn eine andere Bank zwischenzeitlich bessere Konditionen bieten würde, scheuen die meisten Kunden einen weiteren Wechsel.

Um als Verbraucher bei den aktuellen Lockangeboten der Banken unter dem Stich nicht draufzuzahlen, sollte man stets die genauen Bedingungen beachten. Ein Girokonto mit hoher Wechselprämie bringt überhaupt nichts, wenn es auf Jahressicht mehr kostet, als die anfängliche Barprämie. Die Gebühren bei den Girokonten schwanken teils erheblich von kostenlos bis zu mehreren hundert Euro im Jahr, je nach eigenem Nutzungsanspruch und der Summe der Kontobewegungen. Ähnlich ist es beim Tagesgeld, denn auch hier zählt nur, was im Durchschnitt damit erzielt werden kann. Einige Banken locken Neukunden mit 2,00% Zinsen und mehr für die ersten Monate. Nach dieser Zeit wird man jedoch auf meist deutlich schlechtere Konditionen herabgesetzt. Daher ist es entscheidend, was ein Kreditinstitut für Bestandskunden bietet und nicht, welche Neukundenaktion scheinbar bessere Zinsen bietet.


Bankenverband warnt vor zu viel Optimismus

Die Medien suggerieren zurzeit ein sehr positives Bild. Die deutsche Wirtschaft boomt wieder und die Finanzkrise ist bei den meisten wieder in Vergessenheit geraten. Doch der Bankenverband warnt vor zu viel Optimismus. Obwohl der Konjunkturmotor scheinbar wieder angesprungen ist, kann die Wirtschaftskrise noch lange nicht als beendet angesehen werden. Solange die Finanz- und Kreditmärkte sich noch nicht nachhaltig erholt haben, wäre es fatal die Lage zu optimistisch einzustufen. Nach Ansicht des Bankenverbands können die guten Zahlen des zweiten Quartals nicht dauerhaft gehalten werden.

Außerdem befürchtet man bei den Banken durch zu starke Regulierungen seitens der EU und der Regierungen in den EU-Ländern weitere Einbußen. Im schlimmsten Fall könnte dies sogar zu weiteren Liquiditätsengpässen führen, da neue gesetzliche Auflagen und Beschränkungen zunächst eine Stagnation der Finanzwirtschaft verursachen. Es ist von einem Verlust bzw. starken Einbruch der Liquidität in Teilbereichen der Finanzwirtschaft zu rechnen, wenn die Regierungen die angekündigten Regulierungen umsetzen. Die Lage bleibt also weiter angespannt und man sieht die vorerst guten Zahlen mit großer Vorsicht für den Bankensektor.

Der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes Prof. Dr. Manfred Weber sagte zur derzeitigen Situation in Deutschland: „Die aktuelle Verfassung der deutschen Konjunktur ist ausgezeichnet. Die im zweiten Quartal beim Wirtschaftswachstum fast erreichten ‚chinesische Dimensionen’ werden wir aber nicht dauerhaft halten können“. Damit betont er noch einmal die Befürchtungen der Kreditinstitute, die das derzeitige Wirtschaftswachstum nur als Zwischenhoch einstufen und bereits im Herbst, spätestens Winter mit deutlichen Umsatzeinbrüchen rechnen. Aus diesen Gründen ist die Kreditvergabe seit der Finanzkrise an wesentlich höhere Auflagen gebunden, was jedoch für die Unternehmen zusätzliche Herausforderungen bedeutet und das wirtschaftliche Wachstum durch fehlende Kredite weiter bremst.


Grundsatzurteil: Anlageberater müssen individuelle Anlagesituation berücksichtigen

Ein aktuelles Grundsatzurteil des Bundesgerichtshof stärkt die Rechte der Anleger und nimmt Anlageberater bzw. Vermögensberater deutlich mehr in die Pflicht. So ist ein Kölner Anlageberater zu einer Schadensersatzleistung von über 100.000 Euro verurteilt worden, nachdem er entgegen der Absprachen mit dem Kunden in einen unsicheren Immobilienfonds investiert hatte, der kurze Zeit später insolvent ging. Der Anlageberater musste nicht nur die Anlagesumme von 75.000 Euro ersetzen, sondern auch die kompletten Zinsen. Nach Ansicht der Richter hatte er sich den Weisungen des Kunden widersetzt und sich somit persönlich haftbar gemacht.

Der Kunde hatte explizit nach einer Anlagemöglichkeit mit geringem Risiko gefragt und wollte die Erträge zur Altersvorsorge verwenden. Dies war nach Ansicht der Richter entscheidend dafür, dass der Anlageberater für den Schaden aufkommen muss. Der von ihm gewählte geschlossene Immobilienfonds entspricht nicht einer sicheren Anlage. Ein geschlossener Immobilienfonds bietet etwas bessere Renditechancen, aber auch ein deutlich größeres Risiko vor Verlust, wie in diesem Fall auch eingetroffen. Der Anlageberater hatte entgegen der Absprachen ein enormes Sicherheitsrisiko in Kauf genommen, was nicht mit dem Wunsch des Kunden vereinbar war.

Das Grundsatzurteil könnte nun für hundertausende Anleger interessant werden, die ähnliche Situationen erlebt haben. Wer sich bei neu abgeschlossenen Kapitalanlagen schützen möchte, sollte unbedingt schriftlich festhalten, was beim Beratungsgespräch vereinbart wurde. Nur wenn dieses vom Kunden und dem Anlageberater unterschrieben wird, kann man später rechtlich einwandfrei nachweisen, falls etwas entgegen der Absprachen abgelaufen ist. Auch die gewünschte Anlagestrategie muss unbedingt verbindlich festgehalten werden. Bei Banken ist ein sogenanntes Beratungsprotokoll seit diesem Jahr ohnehin Pflicht. Dennoch gibt es selbst unter Bankern häufig noch Versuche das Beratungsprotokoll wegzulassen. In der Regel wird es erst auf eindeutige Nachfrage angeboten.


Noa Bank vor dem Aus – Bafin friert Kundengelder ein

Die Noa Bank steht vor dem Aus. Die Alternativbank, welche erst Ende 2009 an den Start ging, geriert zuletzt mehrfach in die Schlagzeilen. Zunächst wurden keine Kundengelder mehr angenommen, nun steht das Kreditinstitut offenbar vor der Pleite. Für Kunden der Noa Bank ist die besonders schlimm, weil die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die Bank vorerst geschlossen hat und ein Moratorium verhängt hat. Das bedeutet vereinfacht, alle Kundengelder wurden eingefroren. Gemäß der Bafin sind etwa 172 Millionen Euro Kapital betroffen, welches von insgesamt ca. 15.000 Kunden stammt. Bis auf Weiteres kommen die Kunden der Noa Bank nun nicht mehr an die Ersparnisse.

Das Moratorium wurde für 6 Wochen verhängt. Innerhalb dieser Zeit muss die Bafin nun feststellen, wie es weiter gehen kann. Sollte innerhalb dieser Frist die Zahlungsunfähigkeit abgewendet werden, können die Bankgeschäfte wieder aufgenommen werden. Die Kunden erhalten in diesem Fall ihr Geld ganz normal zurück. Deutlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Noa Bank im Rahmen einer geordneten Abwicklung die Kundengelder zurück zahlen muss. Sollten die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, wird die Bafin vor Ablauf des Moratoriums ein Entschädigungsverfahren eröffnen. In diesem Fall wird dann an die Entschädigungseinrichtung tätig werden. Bei der Noa Bank ist es die EdB, welche pro Kunde für bis zu 50.000 Euro aufkommen würde. Allerdings würden dann größere Kapitalanlagen über 50.000 Euro nicht mehr bedient werden und mit Sicherheit einen finanziellen Verlust hinnehmen müssen.

Der Gründer der Noa Bank François Jozic erklärte am Mittwoch, dass die Verhandlungen mit der Bafin gescheitert seien. Er habe bis zu letzt versucht, die Bank zu retten und das Moratorium zu verhindern. Letztendlich musste er jedoch kapitulieren. Die Noa Bank hatte großes Potenzial und ging mit einem innovativen Konzept an den Start. Tausende Neukunden wurden durch attraktive Zinsen gewonnen. Gleichzeitig erhielten die Kunden ein Mitspracherecht, was mit deren Einlagen passieren sollten. Sämtliche Kundengelder sollten transparent als Kredite an Firmen ausgegeben werden. Die Kunden konnten dann sogar entscheiden, ob dies in den Bereichen Region, Umwelt, Gesundheit oder Kultur sein sollte. Obwohl insgesamt über 300 Millionen Euro an Kundeneinlagen zusammen kamen, gab es offensichtlich nicht genügend Firmen, die einen Kredit der Noa Bank haben wollten. Das Geschäftsmodell war nicht mehr tragbar und die Bank steht nun vor dem endgültigen Aus.


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