Banken

EU-Komission plant einheitliche Kontonummer und Bankleitzahl in Europa

Die EU-Kommision reglementiert immer mehr in Europa. Nun sollten auch die Kontonummern und Bankleitzahlen vereinheitlicht werden. Eigentlich eine sinnvolle Idee, jedoch schießt man hier eindeutig über das Ziel hinaus. Die neuen Kontonummern und Bankleitzahlen sollen jeweils 22 Stellen haben. Das ist mehr als doppelt so viel, wie bei den aktuellen Kontonummern und Bankleitzahlen in Deutschland. Ist dies wirklich eine Vereinfachung oder eine zusätzliche überbürokratische Maßnahme, die am Ende nur Verwirrung stiftet?

Verbraucherschützer laufen jetzt bereits Sturm. Obwohl die Pläne der EU-Kommission erst im Herbst unterzeichnet werden sollen, regt sich heftige Kritik. Frank-Christian Pauli, der Bankenexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) äußerte sich in der Bild Zeitung sehr kritisch. Er ist der Auffassung, dass es ein großes Chaos bei der Umstellung geben könnte. Aufgrund der langen Zahlenkolonnen mit 21 Stellen könnten viele überfordert sein, so die Befürchtung Paulis. Um dem entgegen zu wirken, fordert er eine groß angelegte Kampagne zur geplanten Umstellung.

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission sollen die alten Kontonummern schon ab Ende 2011 nicht mehr für Überweisungen gelten. Lastschriften würden ab Anfang 2012 ebenfalls aufgehoben und nur noch mit den einheitlichen 22stelligen Kontodaten der EU-Verordnung möglich sein. In unserer Redaktion ist man ähnlicher Ansicht wie bei den Verbraucherschützern. Diese geplanten Mammut-Kontoverbindungen braucht niemand und zeigen einmal mehr die Willkür der Politik. Scheinbar erkannt man bei der EU vor lauter Verordnungen gar nicht mehr, was die Verbraucher und Bankkunden wirklich wollen und was nicht. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Pläne doch nicht gekippt oder deutlich überarbeitet werden.


Dispositionskredit: Zinsen meist deutlich zu hoch

Die Verbraucherschützer kritisieren seit langem die meist deutlich zu hohen Zinsen beim Dispositionskredit. Nun meldet sich die verbraucherpolitische Sprecherin von den Grünen, Nicole Maisch zu Wort. Sie klagt öffentlich die Banken mit den Worten an: “Banken haben nichts dazu gelernt.” Maisch wird noch deutlicher und spricht sogar von “Verbraucherabzocke durch überhöhte Dispo- und Überziehungszinsen”. Viele Verbraucher empfinden das ganz genauso, denn die meisten Banken und Sparkassen nutzen den sogenannten Dispositionskredit für satte Gewinne.

Derzeit ist das Zinsniveau mit einem Leitzins von 1% der EZB sehr niedrig. Die Banken geben diese niedrigen Zinsen an die Sparer weiter, jedoch nicht für die Kreditnehmer. Das bedeutet bei Sparkonten werden oft nur 1-1,5% Zinsen bezahlt, während bei der Überziehung des Girokontos kräftig zu Ungunsten der Verbraucher abkassiert wird. Bankkunden müssen aktuell bei den Dispo- und Überziehungszinsen bis zu 13,75% und 18,75% bezahlen. Das ist fast das Neuzehnfache des aktuellen Leitzinses. Eigentlich wären die Banken verpflichtet auch die Kreditzinsen entsprechend zeitnah anzupassen. Dies geschieht aber nicht oder nur mit extrem langer Verspätung von vielen Monaten.

Viele Kunden sind verärgert, da die Sparzinsen sofort zu Ungunsten der Kunden gesenkt werden. Bei den Kreditzinsen und insbesondere den Dispo- und Überziehungszinsen geschieht dies jedoch nicht. Beim aktuellen Leitzins von 1% wären nach der Auffassung von Grünen-Politikerin Maisch maximal 6%  bzw. 9% für die Überziehung eines Girokontos angemessen. Maisch fügte außerdem hinzu: “Die überhöhten Dispo- und Überziehungszinsen zeigen das Marktversagen im Finanzsektor.” Es entstünden ungerechtfertigte Gewinne auf Kosten der Verbraucher. Die Folgen sind Vermögensschäden und Vertrauensverluste, die sich bei den Kunden und Steuerzahlern einstellen.


Stiftung Warentest: Diese Girokonten sind wirklich kostenlos

Die Stiftung Warentest hat 114 Konten in ganz Deutschland unter die Lupe genommen. Die spannende Frage war, welche Girokonten wirklich kostenlos sind. Fast jede Bank wirbt mittlerweile mit einem kostenlosen Girokonto, doch Bankkunden müssen oft genau hinsehen. Das war auch das Fazit der Stiftung Warentest, denn nur selten ist ein Girokonto wirklich kostenlos, sondern an bestimmte Bedingungen gebunden. Ein Beispiel dafür ist die Postbank, welche zwar ein kostenloses Girokonto bewirbt, das allerdings einen monatlichen Mindestgeldeingang von 1250 Euro erfordert. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, fallen teils erhebliche Gebühren an.

Immer noch zahlt die Mehrzahl der Bankkunden für das Girokonto zwischen 100 – 150 Euro im Jahr. Das sind Kosten, die man sich wirklich sparen kann. Die Qualität und Leistungen im Test waren sehr nah beieinander, ein kostenloses Girokonto überzeugt die Tester genauso wie solche mit teils teuren Gebühren. Damit ein kostenloses Girokonto auf Jahressicht wirklich viel Geld spart, sollte man vor dem Girokonto Wechsel die Details beachten. Eine der wichtigsten Punkte dabei ist der monatliche Mindestgeldeingang. Nicht jeder kann 1250 Euro monatlich vorweisen, weshalb gerade Geringverdiener, Berufsanfänger oder ALG2 Bezieher ein kostenloses Girokonto ohne Mindestgeldeingang wählen sollten.

Beachten sollten Sie auch, ob eine Kreditkarte gewünscht wird. Diese ist in der Regel nicht kostenlos und nur einige wenige Banken bieten ein kostenloses Girokonto inklusive kostenloser EC-Karte und Kreditkarte. Wer auf eine Kreditkarte verzichten kann, sollte bei der Wahl nach der richtigen Bank auf ein möglichst großes Filialnetz achten. Bei Direktbanken ist es außerdem wichtig, dass an möglichst vielen Geldautomaten ohne Gebühren jederzeit Bargeld bezogen werden kann.

Nach der Analyse von Stiftung Warentest bieten nur 6 deutsche Banken ein komplett kostenloses Girokonto ohne Bedingungen an. Als einzige Filialbank ist dies die Norisbank, welche ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank ist. Bei den Direktbanken wurden die comdirect, ING-Diba, Wüstenrot-Direkt, die MBS in Potsdam und die Saalesparkasse empfohlen.


Lob und Kritik nach dem Banken Stresstest

Die endgültigen Ergebnisse nach dem Banken Stresstest sind weniger schlimm, als von Experten zuvor befürchtet. Nur 7 von 91 europäischen Banken haben den Stresstest nicht bestanden. Die Schätzung ging von bis zu 10 Banken aus, die keine nötigen Reserven haben würden, um eine simulierte Finanzkrise 2.0 zu überstehen. Doch gibt es immer noch keinen Grund zum Optimismus, denn die Opposition und Analysten sind angesichts des Ergebnisses sehr skeptisch.

Die Grünen und die Linkspartei äußern sich sehr kritisch. Der Grünen Finanzpolitiker Gerhard Schick sagt der Frankfurter Rundschau: „Die deutschen Institute sind und bleiben wacklig“. Die Kritik aus den Reihen der Linkspartei ist noch deutlicher. Hier bezweifelt man die grundsätzliche Aussagekraft des Tests. Der finanzpolitische Linken-Sprecher Axel Troost attackiert sogar offen den Bundesfinanzminister. Wolfgang Schäuble beschönige die Lage lediglich um Vertrauen in das Bankensystem vorzugaukeln.

Das Hauptproblem sind die fehlenden Rücklagen. Zahlreiche Banken haben zu wenig Kapital, um Risiken einer zweiten Finanzkrise aufzufangen. Mögliche weitere Staatshilfen in Milliardenhöhe wären sehr wahrscheinlich. Ob dies noch einmal von einem Staat zu finanzieren wäre, ist allerdings sehr fraglich. Das gemeinsame Ziel muss es sein, ein ähnliches Szenario wie 2008 mit allen Mitteln zu verhindern. Eine zweite Finanzkrise können sich weder die Banken noch die europäischen Staaten leisten.

Bei der EU und EZB ist man jedoch zufrieden und äußerte sich mit Lob zum Banken Stresstest. Hier fielen die Bewertungen der Ergebnisse überwiegend positiv aus, ganz im Gegensatz zur Diskussion in Deutschland. Man ist offenbar überzeugt, dass die Tests die Widerstandskraft der europäischen Banken belegen. Der Bundesverband deutscher Banken erklärt, das europäische Bankensystem habe sich „in besserer Verfassung und krisenresistenter“ gezeigt.  Bafin-Präsident Jochen Sanio fügte hinzu, die  deutschen Banken haben sich „als robust und widerstandsfähig“ erwiesen.


Europäische Banken benötigen nach Stresstest Milliardenspritzen

Insgesamt 91 europäische Banken haben sich einem sogenannten Stresstest unterzogen. Dabei handelt es sich um eine Simulation von Veränderungen auf dem Kapitalmarkt. Vereinfacht könnte man sagen die Finanzkrise 2.0 wird bei den Banken unter Realbedingungen durchkalkuliert. Der Stresstest soll zeigen, welche Banken gut aufgestellt sind und diese Veränderungen problemlos überstehen können. Der Stresstest ist inzwischen abgeschlossen, aber die Ergebnisse wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Nach ersten Einschätzungen verschiedener Investoren, sollen 10% der europäischen Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Höchstwahrscheinlich wird auch die deutsche Hypo Real Estate, die nach der Finanzkrise verstaatlicht wurde, nur ein Ungenügend erhalten und durchfallen. Sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zur Hypo Real Estate geäußert. Sie hält ein Scheitern der HRE für „durchaus plausibel“. Beim Blick in die Bilanzen der Bank wird schnell klar warum, denn Reserven zum Ausgleich von Verlusten gibt es kaum.

Inzwischen wird bereits spekuliert, welche Folgen sich aus dem Stresstest ergeben. Nach Einschätzung vieler Experten müssen erneut Milliarden in die maroden Banken gepumpt werden. Nur so könne man verhindern, dass diese erneut zahlungsunfähig sind. Die Schätzungen belaufen sich auf knapp 38 Milliarden Euro an frischem Kapital, welches von zahlreichen europäischen Banken aufgenommen werden muss.

An den Börsen erwartet man gespannt die Veröffentlichung der Ergebnisse nach dem Stresstest. Deutliche Kurskorrekturen sind zwar nicht zu erwarten, aber möglicherweise wird sich eine Richtung für die kommenden Monate herauskristallisieren. Doch eine schnelle Erholung des Finanzsystems ist eher unwahrscheinlich. Es gibt bereits jetzt zahlreiche Kritiker, die Zweifel an der Aussagefähigkeit eines simulierten Tests deutlich machen. Der deutschen Privatbankenverband BdB erwartet aber in jedem Fall ein positives Signal und hofft auf eine Marktberuhigung.


Mangelhafte Bankberatung bringt Nachteile für Kunden

Die Bankberatung ist oft mangelhaft und teilweise noch nicht einmal gesetzeskonform. Das ergab eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. So seien die Beratungen bei Banken und Sparkassen im Vergleich zu früheren Tests noch schlechter geworden. Gerade wenn es um eine seriöse Anlageberatung geht, bedeutet eine schlechte Beratung für den Kunden erhebliche Nachteile. Meist wurde gar keine richtige Beratung durchgeführt sondern eher ein gezieltes Verkaufsgespräch über die eigenen Produkte der jeweiligen Bank.

Im Test gab es bei keiner einzigen Beratung die Note gut oder sehr gut. Stattdessen gleich sechsmal die Note Mangelhaft und zwölfmal ausreichend. Lediglich drei Sparkasse konnten mit einem befriedigend ein annehmbares Ergebnis erzielen. Für die deutschen Banken wirft dies kein gutes Bild ab. Hat man aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt? Während der Finanzkrise sind zehntausende Anleger aufgrund falscher Beratungen um die Ersparnisse geprellt worden, weil man damals hochspekulative Finanzgeschäfte den ahnungslosen Kunden als sichere Geldanlage verkauft hatte.

Um Bankkunden zu schützen ist seit Anfang diesen Jahres ein Beratungsprotokoll vom Gesetzgeber aus Pflicht. Der Bankmitarbeiter muss nach dem Beratungsgespräch dem Kunden ein Protokoll aushändigen, auf dem die Beratung in den wesentlichen Punkten schriftlich festgehalten wurde. Dieses Protokoll wurde in den 146 Beratungsgesprächen im Test trotz ausdrücklicher Nachfrage bei mehr als der Hälfte der Bankberater verweigert. Das ist ein klarer Bruch der aktuellen Gesetzeslage und unterstreicht einmal mehr, dass der Kunde bei einigen Banken offensichtlich nicht ernst genommen wird.

yamiza rät Verbrauchern keine Konten bzw. Produkte abzuschließen, bei denen nicht zuvor eine umfassende Beratung stattgefunden hat. Die Beratung muss zwingend schriftlich festgehalten werden und vom Bankberater unterschrieben sein. Kunden sollten auf eine Unterschrift verzichten, da man sonst der Beratung vorbehaltlos zustimmt, selbst wenn diese mangelhaft war. Im Zweifel besser nochmals bei einer anderen Bank nachfragen und die dortigen Angebote vergleichen. Noch bequemer haben Sie es beim einem Online Vergleichsportal bei dem Sie sich zum Thema Geldanlagen ebenfalls umfassend informieren können.


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