Auf den ersten Blick scheint es ein Widerspruch zu sein. Wege aus der Krise und Aktien, wie kann das zusammen passen? Warum sollten Aktien eine sichere Alternative zum Euro sein. Gerade für Laien scheint diese Vorstellung sehr abwegig, doch wer einmal genauer die Zusammenhänge betrachtet, wird eines Besseren belehrt. Zunächst sollte man unterscheiden, unter welchen Voraussetzungen man Aktien kauft. Konservative Anleger, die vor allem Wert auf hundertprozentige Sicherheit und Kapitalschutz legen, sollten keine oder nur sehr wenig Aktien kaufen. Die Kursschwankungen an der Börse sind einfach immer gegeben und von daher eigenen sich Aktien nur bedingt für konservativ eingestellte Anleger.

Interessant wird es nun, wenn man Aktien mit dem Euro vergleicht. Was passiert, wenn der Euro zusammen bricht und eine totale Geldentwertung eintrifft? In diesem Fall sind alle Sparkonten, Sparbücher, Tagesgeld, Festgeld und ähnliche rein auf dem Papierwert Euro basierende Kapitalanlagen nahezu wertlos. Bei Aktien sieht es dagegen wesentlich besser aus. Zwar wird es auch an den Börsen erhebliche Kursverluste geben, jedoch behalten Anleger selbst bei einer Entwertung des Euros den verbrieften Wert der Aktien. Was dabei entscheidend ist, liegt auf der Hand. Aktien werden zwar in Euro gehandelt, jedoch handelt es sich um verbriefte Unternehmensanteile. Ein Unternehmen wird nicht automatisch wertlos, nur weil eine Währung zusammen bricht.

Das bedeutet, wer jetzt 100 Aktien eines Unternehmens seiner Wahl kauft, wird auch nach einem Zusammenbruch des Euro noch 100 Aktien desselben Unternehmenes besitzen. Der innere Wert ist weiterhin vorhanden. Es wird eine Währungsreform kommen und so schnell wie möglich eine neue Währung nach dem Euro eingeführt. Die Aktien werden dann nach kurzer Zeit einfach weiter gehandelt, dann mit der neuen Währung. Aktionäre kommen also bei einer großen Inflation mit einem lachenden Auge davon, während die konservativen Anleger mit deren Sparkonten in Euro fast alles verloren haben.

Ob es wirklich soweit kommt und durch eine große Inflation der Euro kippen wird, ist ungewiss. Wer größere Ersparnisse hat, sollte aber in jedem Fall das Kapital streuen. Wer sich noch einmal unser Spezial zum Thema „Wege aus der Krise“ anschaut, wird schnell erkennen, dass Gold, Investmentfonds, Bundesanleihen und Aktien jeweils Vor- und Nachteile haben, jedoch als Kapitalschutz zumindest teilweise angeschafft werden sollten.