Der aktuelle Global Wealth Report 2010 gibt interessante Zahlen und Auswirkungen nach der Finanzkrise bekannt. Im „Weltweiten Reichtums Bericht“ wurde die Vermögensverteilung und Entwicklung auf der ganzen Welt analysiert. Auch für Deutschland gibt es interessante Einblicke, die man so nach der Finanzkrise wahrscheinlich nicht erwartet hätte.

Eine besonders interessante Information ist die Zahl der Millionäre. So haben weltweit weniger als 1% der Haushalte ein Vermögen von über 1 Million Dollar. Vereinfacht ist weniger als jeder hundertste Millionär. 99% leben in mittleren oder schwachen Vermögensverhältnisse. Umso erstaunlicher ist bei dieser Betrachtung, dass gerade diese geringe Zahl der Millionäre einen Großteil der Vermögenswerte weltweit stellt.

Etwa 38% aller Vermögenswerte weltweit stammen aus dem Anlagevermögen von Millionären. Das zeigt den enormen Einfluss der Oberschicht auf die Finanzmärkte. Man könnte auch sagen, dass die kleine Zahl der Millionäre fast 40% des Finanzmarktes beherrschen. Dabei ist Europa eine der reichsten Regionen der Welt mit Vermögenswerten von 37,1 Billionen Dollar.

Angesichts dieser Zahlen müsste man davon ausgehen, dass besonders die Millionäre von der Finanzkrise betroffen waren. Tatsächlich ist es aber so, dass seit der Krise in 2008 bis zum Jahr 2009 sogar 23% mehr Millionärshaushalte alleine in Deutschland entstanden sind. Die Zahl der Millionäre steigt also, entgegen der Erwartungen und das Weltweit. In Asien gab es sogar weit über 30% mehr Millionäre. Spitzenreiter im gleichen Zeitraum sind Singapur (35%) und Malaysia (33%).

Vergleicht man diese Entwicklungen, wird schnell klar, dass sich die Verluste der Finanzkrise wieder ausgeglichen haben. Durch die Zuwächse bei den Millionären sind die Vermögenswerte wieder auf einem ähnlich hohen Wert, wie vor der Finanzkrise. Die Verlierer sind die durchschnittlichen und niedrigen Haushalte. Hier gab es kaum Veränderungen, sondern nur eine Stagnation.

Die Ursachen liegen offensichtlich in der größten Risikobereitschaft der Oberschicht. Dort lässt man das Geld arbeiten, während der gewöhnliche Arbeiter nach Leistungen und Arbeitszeit bezahlt wird. Es ist ein ungerechtes Kräftemessen, bei der am Ende immer die stärkeren gewinnen.