Viele Lebensversicherte halten die vereinbarte Vertragslaufzeit nicht durch und kündigen die Lebensversicherung vorzeitig. Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, wurden im vergangen Jahr Lebensversicherungen im Wert von 13,85 Milliarden Euro gekündigt. Das ist eine Stornoquote von fast 20%. Das bedeutet beinahe jeder Fünfte Lebensversicherte hat noch vor Ablauf die Lebensversicherung gekündigt. Die Gründe sind häufig Überschuldung, Kurzarbeit oder Angst vor Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftlich schlechten Zeiten machen sich auch bei den Lebensversicherungen bemerkbar.

Eine vorzeitige Kündigung sollte jedoch gut überlegt werden. Häufig gibt es starke Abschläge von den Versicherungen und es kann nur mit erheblichem Verlust verkauft werden. Wenn eine Lebensversicherung nach wenigen Jahren bereits gekündigt wird, erhalten die Versicherten oftmals sogar deutlich weniger zurück, als über die Jahre eingezahlt wurden. Dies liegt vor allem an den hohen Abschlusskosten zu Vertragsbeginn. Auch die Überschüsse werden bei einer Kündigung in der Regel nicht mit ausbezahlt, weshalb dies für den Versicherten immer ein Verlustgeschäft bedeutet.

Deutlich besser stellen sich Lebensversicherte, wenn man statt der Kündigung einen Verkauf erwägt. Immer noch wissen viele Verbraucher nicht, dass man laufende Lebensversicherungen auf dem Kapitalmarkt veräußern kann. Dabei werden die Konditionen komplett übernommen und vom Käufer weiter geführt. Ein großer Vorteil ist dabei, dass Verkäufer in der Regel den Todesfallschutz weiter behalten. Im Vergleich zu einer vorzeitigen Kündigung, bringt der Verkauf einer Lebensversicherung bis zu 15% mehr Kapital. Das können mehrere tausend Euro Unterschied sein und ein deutliches Plus bedeutet.

Wer eine Lebensversicherung veräußern möchte, sollte sich allerdings genau informieren. Nicht alle Käufer sind seriös und nicht selten wird versucht den Verkäufern monatlichen Raten anzubieten. Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) rät von dieser Vorgehensweise ab. Es sei in der Praxis sehr kritisch und es besteht ein großes finanzielles Risiko dabei. Ein Verkauf macht nur dann Sinn, wenn der vereinbarte Kaufpreis für die Lebensversicherung unmittelbar und in seiner Summe bezahlt wird.